Forschung

Zielsetzung

Unser Anspruch ist es, die Mensch-Umwelt-Systeme nicht nur zu verstehen, sondern zukunftsfähiger zu machen und unter Berücksichtigung der zu erwartenden Zielkonflikte nachhaltig zu gestalten. Die Ansätze und Lösungswege, die unsere Arbeit hervorbringt, sollen dazu beitragen, die Gewinne und Risiken der Globalisierung fair zu verteilen, die Verantwortung für weltweite Ressourcen gemeinsam zu tragen und sich für Wohlergehen und Frieden für alle einzusetzen. Ein zentrales Anliegen ist der Aufbau von institutionellen Strukturen, die sowohl den Anforderungen der globalen Umweltgouvernanz mit Blick auf die planetaren Grenzen als auch den Vorgaben sozialer Gerechtigkeit entsprechen.

Engagierte und transformative Wissenschaft

Die notwendigen Prozesse und Entscheide dazu kann die Wissenschaft allein nicht leisten. Deshalb verstehen wir Nachhaltigkeitsforschung als engagierte und transformative Wissenschaft. Im Kern beanspruchen wir damit, wissenschaftliche Arbeit – Forschung, Lehre, Umsetzung – zu betreiben, die konkrete Beiträge im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung leistet. Dieses Ziel verfolgen wir einerseits mittels traditionellem wissenschaftlichem Werkzeug bestehend aus theoretisch fundierten Hypothesen und weiterführenden Fragestellungen sowie methodisch präzisen, innovativen Verfahren. Andererseits schieben wir die Grenzen wissenschaftlichen Arbeitens hinaus: Wir entwickeln inter- und transdisziplinäre Analyse- und Transformationsansätze und gestalten unsere Forschungsagenda gemeinsam mit unseren Partnern in unseren Schwerpunktregionen. Im Dialog und in der Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Politik, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft auf sämtlichen Ebenen der gesellschaftlichen Organisation entwickeln wir Lösungswege jenseits gängiger kapital- und technologieintensiver Ansätze. Im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung und der Agenda 2030 ist es unser Ziel, im jeweiligen Kontext verankerte und von lokalen Interessengruppen gestützte Transformationen zu Nachhaltiger Entwicklung anzustossen.

Research for sustainable development
Forschende spielen mit Dorfbewohnern aus Mahalevona in Madagaskar ein interaktives Spiel, um herauszufinden, wie sie ihr Land bewirtschaften. Photo: Julie Zähringer, CDE

Untersuchungsgegenstand

Das CDE forscht zu Fragen der Nachhaltigen Entwicklung. Untersuchungsgegenstand sind die globalen Veränderungsprozesse und ihre Auswirkungen auf natürliche Ressourcen – Böden, Wasser, Biodiversität –, Landnutzungssysteme und die Lebensverhältnisse verschiedener Bevölkerungsgruppen. Bevölkerungs- und Nutzungsdruck wirken einschneidend auf fragile Ökosysteme, insbesondere dort, wo regulierende Institutionen schwach ausgebildet sind. Raumübergreifende Kräfte wie regionale Konflikte, Klimawandel, globaler Handel oder internationale Landnahmen erhöhen die gesellschaftlichen Ungleichheiten und verschärfen die Verletzlichkeit von exponierten Personen und Gruppen.

Herangehensweise

Nachhaltigkeitsprobleme in der globalisierten Welt zeichnen sich durch ihre Verflechtung über nationale und die Grenzen der Hemisphären hinweg aus. Das CDE trägt dem Rechnung mit dem Aufbau von sechs Forschungsregionen weltweit, darunter auch die Schweiz und Europa. Gemeinsam mit unseren Partnern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa definieren wir die Forschungsagenda. Unsere inter- und transdisziplinären Analyse- und Transformationsansätze integrieren unterschiedliche Akteure mit ihren Wissens- und Wertesystemen. Auf der Basis eines gemeinsam erarbeiteten Verständnisses von Nachhaltigkeit können Zielkonflikte, Gefahren und Entwicklungspotentiale identifiziert und der Aufbau von alternativen Technologien, Planungsgrundlagen und geeigneten Institutionen vorangetrieben werden. Die Macht des Wissens arbeitet für uns, indem wir die Erkenntnisse in den Dienst von Akteurinnen und Akteuren stellen, deren Stimmen tendenziell wenig gehört werden. Dies erweitert den Handlungsspielraum, die Kapazität und Souveränität der lokalen Ressourcennutzerinnen und -nutzer und unterstützt Verwaltungen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene im Aufbau der Ressourcengouvernanz.