Zeit als neuer Wohlstand: Reduktion der Erwerbsarbeitszeit zur Förderung suffizienter Lebensstile

Zeitwohlstand
What are the interlinkages between working hours and resource use? Photo: Christoph Bader, CDE

Im Rahmen der Debatte um die grosse Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist in letzter Zeit die Reduktion der Erwerbsarbeitszeit zur Förderung suffizienter Lebensstile in den Fokus des Interesses gerückt. Makrolevel Studien in verschiedenen Ländern zeigen, dass tiefere Erwerbsarbeitszeiten mit geringerem Umweltimpact einher gehen. Empirische Studien, welche die Zusammenhänge zwischen der Höhe der Erwerbsarbeit, Konsummustern und damit dem Umweltimpact einer Person, sowie ihrer Zufriedenheit untersuchen, sind bisher jedoch rar. Mit dem vorliegenden Projekt möchten wir hier ansetzen und erforschen, welchen Beitrag eine Reduktion der Erwerbsarbeitszeit im Schweizer Kontext zur Reduktion des konsumbedingten Umweltimpacts, bei gleich bleibender oder erhöhter Zufriedenheit der betreffenden Personen, leisten kann.

Methoden

Anhand qualitativer Interviews mit Arbeitnehmenden rekonstruieren wir subjektiv erlebte Veränderungen in der zeitlichen Alltagsgestaltung und den Konsumaktivitäten aufgrund einer selbstbestimmten Reduktion der Erwerbsarbeitszeit. Mittels einer standardisierten Längsschnittbefragung von Personen, welche ihr Erwerbsarbeitpensum reduzieren, sollen Effekte der Veränderung des Erwerbsarbeitspensums auf den Pro-Kopf-Verbrauch natürlicher Ressourcen quantifiziert werden. Auch sollen Veränderungen in der subjektiven Zufriedenheit, sowie in der subjektiven Relevanz materieller und immaterieller Werte erhoben werden. Schliesslich werden die Projektergebnisse mit ausgewählten VertreterInnen von Arbeitnehmenden, Verantwortlichen im betrieblichen Arbeitsumfeld, gesellschaftlichen InteressensvertreterInnen, Verantwortliche der nationale politisch-administrativen Ebene diskutiert.

Weitere Informationen: www.zeitwohlstand.unibe.ch

Geldgeber: Stiftung Mercator Schweiz

Projektdauer: 1 April 2017 bis 30. Oktober 2020