Taleinungsbrief  | Bergschaften   | Kuhrechte

Der Taleinungsbrief

Im Jahre 1404 kamen zehn Grindelwaldner mit dem Probst Niklaus vom Kloster Interlaken zusammen um eine erste schriftliche Alpverfassung aufzustellen. Zu diesem Zeitpunkt stand Grindelwald unter der Herrschaft des Klosters von Grindelwald.

Wenn auf den Alpen zuviele Kühe, Rinder, Schafe und Ziegen sömmern, werden die Weiden übernutzt! Mit der Zeit finden immer weniger Tiere genügend Nahrung.

Das haben die Bauern von Grindelwald bereits 1404 erkannt. Im Taleinungsbrief haben sich die 6 Bergschaften - Bussalp fehlte noch -  zusammengeschlossen, um gemeinsam die Nutzung und die Pflege der Alpweiden zu regeln. Die zwei folgenden Bestimmungen zeigen auf, wie ökologisch die damaligen Bauern gedacht haben:

  1. Nur  Tiere, die den Winter über in Grindelwald gefüttert werden konnten, durften im Sommer auf die Alpen. Kein fremdes Vieh von ausserhalb konnte so auf den Alpen sömmern. So bestimmte das Futterangebot während des Winters die Anzahl der Tiere, die auf der Alp weiden konnten.
  2. Jedem Besitzer einer Talparzelle wurde je nach Besitzesgrösse eine bestimmte Anzahl Kuhrechte zugeteilt. Die Anzahl der Kuhrechte war festgesetzt.

 

Viele der Regelungen, die im Talbrief von 1404 beschrieben wurden, gelten heute noch, so auch die zwei oben beschriebenen Vorschriften.

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Die Bergschaften

Die Bergschaften sind eine Besonderheit von Grindelwald

Sie entstanden durch das Zusammenfassen von ehemaligen "Lehen".   Die Bergschaften reichen von den Talbesitzungen bis hinauf auf die Alpen. Alle Bauernfamilien, die Bergrechte auf einer Alp besitzen, bilden die Bergschaft.

Der Friedhag trennte  den Talbesitz von den Alpen. Die Alpen waren in Gemeinschaftsbesitz und werden durch die Bergschaften genossenschaftlich betrieben.

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Die Kuhrechte
  Die Anzahl Tiere, die ein Bauer auf die Alp bringen kann, wird in Kuhrechten angegeben.
  kuhrecht.gif (8160 Byte)1Kuhrecht   entspricht einer Kuh
  kuhrecht2.gif (3053 Byte) 1/4 Kuhrecht   entspricht einem Schwein
  kuhrecht3.gif (2041 Byte) 1/8 Kuhrecht   entspricht einer Ziege

 

Die Bergschaften verfügen  insgesamt über 2174 Kuhrechte. Diese Zahl blieb über Jahrhunderte konstant.
 

 

 

Bergschaft Senntümer Kuhrechte
Scheidegg 5 365
Grindel 8 475
Bach 3 263
Holzmatten 3 99
Bussalp 8 432
Wärgistal 5 193
Itramen 5 347

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pfeil.gif (870 Byte) Entwicklung der Landwirtschaft