Nachhaltige soziale Innovationen und Graswurzelbewegungen

Analyse von freiwilligen Angeboten und Bewegungen mit Bezug zu suffizientem Verhalten

urban gardening
Photo: Wikimedia Commons

Der Konsum nicht erneuerbarer Ressourcen (insbesondere fossiler Energieträger) liegt im Globalen Norden bei Weitem über einem Level, welcher als nachhaltig bezeichnet werden könnte. Zur Überwindung nicht nachhaltiger Produktions- und Konsumptionsmuster werden mehrheitlich Effizienz- und Konsistenzstrategien verfolgt. Ergänzend hierzu fokussiert das vorliegende Projekt auf notwendige Suffizienzansätze. Es beleuchtet dabei insbesondere das mögliche Potential und die vermittelnde Rolle freiwilliger Angebote und Bewegungen (im Sinne sozialer Innovationen und Graswurzelinitiativen) bei der Förderung individueller suffizienter Lebensstile, sowie der Restrukturierung lokaler Wirtschaftsstrukturen.

Folgende Ziele stehen dabei im Vordergrund:

  1. Die Suche und Typologisierung bestehender freiwilliger suffizienzfördernder Angebote und Bewegungen in Schweizer Städten und in strukturell vergleichbaren Städten im Ausland, die zu einer Reduktion des (individuellen) Konsums ohne Reduktion des Wohlbefindens beitragen.
  2. Identifikation fördernder und hemmender Faktoren bei der Entstehung und Verbreitung suffizienzfördernder Angebote und Bewegungen, sowie ihrer Wirkstrukturen auf die Veränderung individuellen Handelns.
  3. Die Analyse der Rolle der öffentlichen Hand und privater Trägerschaften bei der Entstehung und Verbreitung freiwilliger, suffizienzfördernder Angeboten und Bewegungen.
  4. Erarbeitung von Empfehlungen für neue freiwillige und suffzienzfördernde Angebote und Bewegungen, sowie für die Förderung vielversprechender bereits bestehender Beispiele, insbesondere für die Stadt Zürich.
Dem Projekt zugrundeliegendes Rahmenmodell (eigene Darstellung). Alias: Sustainable grassroots innovations

Vorgehen

Um diese Projektziele zu erreichen, wird zunächst ein Rahmenmodell erarbeitet, welches es erlaubt, die unterschiedlichen Angebote und Bewegungen zu typologisieren (vgl. I im abgebildeten Rahmenmodell). Wir orientieren und dabei an bestehender Forschung zu sozialen Innovationen, Graswurzelbewegungen und strategischem Nischenmanagement (z.B.  Jaeger-Erben M, et al. 2015. Sustainable consumption through social innovation: a typology of innovations for sustainable consumption practices. Journal of Cleaner Production 108:784-798.)

In einem zweiten Schritt werden mittels Desktop-Research und Interviews bestehende, vielversprechende freiwillige Angebote und Bewegungen gesucht und charakterisiert. Diese Beschreibung erfolgt entlang zweier Dimensionen: Einerseits soll das Potential der Angebote und Bewegungen hinsichtlich der Förderung individueller Verhaltensänderungen Richtung Suffizienz bewertet werden (II). Andererseits wird das Diffusionspotential der Angebote und Bewegungen bewertet, also deren Chancen ihr Nischendasein zu verlassen, um damit einen Beitrag zur Transformation hin zu nachhaltigen Produktions- und Konsumptionsmuster zu leisten (III). In einem dritten Schritt werden mittels empirischer Erhebungen fördernde und hemmende Faktoren bei der Entstehung und Verbreitung von Angeboten und Bewegungen, aber auch deren Veränderungspotential individuellen Handelns überprüft. In einem letzten Schritt wird im Rahmen eines Workshops die Rolle externer Akteure (öffentliche Hand, private Trägerschaften) bei der Förderung und Unterstützung von Angeboten und Bewegungen näher beleuchtet.

Fördergeber: Energieforschung Stadt Zürich FP-1.18

Projektlaufzeit: Juli 2017 bis September 2018

Weiterführende Links: www.energieforschung-zuerich.ch