Der Schutz vor Naturgefahren wird mit zunehmender Klimaerwärmung und Ausdehnung der Siedlungsgebiete immer wichtiger. In der Schweiz geschieht dies nach den Grundsätzen des integralen Risikomanagements. Es umfasst alle Massnahmen und Methoden, mit denen sich eine dauerhafte und vergleichbare Sicherheit für die Bevölkerung sowie wertvoller Güter und natürlicher Ressourcen erreichen lässt.
Ob dies gelingt, hängt unter anderem davon ab, wie die betroffenen Akteur*innen – insbesondere die Bevölkerung – die (klimabedingten) Naturgefahren wahrnehmen und wie sie darauf reagieren.
Forschungslücken schliessen
Untersuchungen aus der Schweiz zeigen, dass die Betroffenen eher auf Naturgefahren reagieren, anstatt sich aufgrund ihres Wissens aktiv mit Anpassungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Es besteht eine Kluft zwischen Risikowahrnehmung und naturgefahrengerechtem Handeln.
Offene Fragen bestehen insbesondere punkto
• Einbezug aller relevanten Akteursgruppen und deren Zusammenarbeit im Rahmen des integralen Risikomanagements,
• «Übersetzung» vom Wissen zum Handeln bei der betroffenen Bevölkerung (Privatpersonen).
Um diese Forschungslücken zu schliessen, bearbeitet das Projekt folgende Fragen:
• Welche Hemmnisse behindern die Zusammenarbeit zwischen den relevanten Akteur*innen im integralen Risikomanagement und welche Faktoren fördern sie?
• Wie lassen sich bestehende Hemmnisse überwinden und fördernde Faktoren gezielt stärken?
• Welche Faktoren (vor allem kommunikative, soziale, psychologische, verhaltensbezogene) beeinflussen die Diskrepanz zwischen Risikowahrnehmung und lösungsorientiertem Handeln der betroffenen Bevölkerung?
• Wie kann diese Diskrepanz wirksam verringert werden?
Konkreter Nutzen
Das Projekt vereint Literatursynthese, Expert*inneninterviews und die Ko-Kreation von neuen Erkenntnissen in Workshops mit Praxis und Wissenschaft. So sollen gemeinsam mit Partner*innen aus Forschung und Praxis Ansätze erarbeitet werden, um die Zusammenarbeit im Risikomanagement zu fördern. Zudem will das Projekt Faktoren identifizieren, die die Einstellung der Betroffenen gegenüber Naturgefahrenprävention positiv beeinflussen.
Das Projekt fokussiert beispielhaft auf den Kanton Bern, ist aber so gestaltet, dass es sich auch auf andere Kantone und Regionen übertragen lässt.