Soziale Innovation in marginalisierten ländlichen Gebieten Europas – SIMRA

Die vormals eigenständigen Dörfer im Val Lumnezia haben sich zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Das hat die lokale und regionale Zusammenarbeit erheblich gestärkt. Foto: Manfred Perlik


Seit den 1990er Jahren sind Städte als Wohnort wieder attraktiv geworden, und bei der Entwicklung von Infrastruktur wird verstärkt zugunsten der Metropolregionen entschieden.

Lösungsansätze für periphere Regionen entwickeln

Von Bergregionen und ländlichen Gebieten hingegen erwartet man, dass sie ihre strukturellen Wettbewerbsnachteile ausgleichen, indem sie spezialisierte Angebote mit Alleinstellungsmerkmalen schaffen. Oft funktionieren jedoch die dafür nötigen lokalen Institutionen, Dienstleister, Mobilität und Telekommunikation nicht oder nicht ausreichend. 

Die Europäische Union finanziert deshalb in ihrem Forschungsprogramm Horizon 2020 das Projekt «Soziale Innovation in marginalisierten ländlichen Gebieten» (SIMRA) mit dem Ziel,

  • Initiativen zur sozialen Innovation zu fördern und
  • Mechanismen zu unterstützen, welche die Gouvernanz in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der ländlichen Entwicklung im Allgemeinen verbessern
     

Beteiligung des CDE

Am Projekt sind 26 Partner aus 16 Ländern beteiligt. Das CDE in den folgenden Arbeitspaketen des Projekts involviert:

  1. Konzeption des theoretischen Rahmens (als Referenz dienen die Sustainable Development Goals der UNO)
  2. Bearbeitung von Fallstudien
  3. Formulierung von politischen Empfehlungen
Neben der wirtschaftlichen Entwicklung pflegt das Netzwerk mit Hilfe von Freiwilligen im Val de Travers auch die Kultur: Cinéma Colisée in Couvet. Photo: Manfred Perlik


Innovationen in ländlicher Entwicklung sammeln und analysieren

Die SIMRA-Fallstudien sammeln und analysieren empirische Belege für die Auswirkungen sozialer Innovationen in der Land- und Forstwirtschaft sowie der ländlichen Entwicklung in marginalisierten ländlichen Gebieten Europas.

Schweizer Fallstudien

In der Schweiz wurden zwei Fallstudien durchgeführt:

VAL LUMNEZIA (GR): Ende der 1980er Jahre schlossen sich mehrere Gewerbetreibende zusammen, um im Tal eine umfassende und nachhaltige Entwicklung anzustossen. Entgegen dem damaligen Mainstream legten die Initianten den Schwerpunkt auf eine agro-touristische Regionalentwicklung ohne Massentourismus. Die meisten Projekte zielen darauf ab, die lokale Wertschöpfung zu erhöhen und Arbeitsplätze zu schaffen. Mehr Infos

VAL DE TRAVERS (NE): Das Netzwerk Réseau des Fleurons ist Teil einer vereinbarten Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft. Sie umfasst vor allem die Gemeinde Val-de-Travers, die kantonale Regionalentwicklungsagentur und die grösseren Firmen, darunter renommierte Unternehmen der Uhrenherstellung, Feinmechanik und Mikrotechnik. Ziel ist es, die industriellen Stärken der Region zukunftsträchtig weiter zu entwickeln, beispielsweise mit einer gemeinsamen Organisation der beruflichen Ausbildung. Mehr Infos

Die räumliche und wirtschaftliche Transformation von Berggebieten

CDE-Forscher Manfred Perlik beschreibt in dem Buch "The Spatial and Economic Transformation of Mountain Regions" die sozioökonomischen Veränderungen und räumlichen Auswirkungen der letzten vier Jahrzehnte am Beispiel der Transformation von Berggebieten. Ein Grossteil des realen Kontextes bezieht sich auf die Alpen, die sich über die bedeutenden Volkswirtschaften Frankreichs, Italiens, Deutschlands, der Schweiz und Österreichs erstrecken. Der Autor diskutiert zudem alternative Ansätze zum liberal-produktiven Gesellschaftsmodell.

Flyer.pdf (PDF, 3.5 MB)

 

 

Daten werden geladen...