Die Initiative «Agreement on Agriculture Re-Imagined» (AoA ReI) schlägt ein Musterübereinkommen über internationalen Agrarhandel für nachhaltige Ernährungssysteme vor. Dieses soll die aktuellen Reformbestrebungen zum Übereinkommen über die Landwirtschaft (Agreement on Agriculture AoA) der Welthandelsorganisation (WTO) inspirieren und beeinflussen. Das Musterübereinkommen ist ein zukunftsgerichteter Denkanstoss: Es soll den Staaten Raum für neue Ansätze geben und sie gleichzeitig mehr in die Pflicht nehmen.
Hintergrund des Projekts
Die Welt braucht ein Handelssystem, das nachhaltige und sozial gerechte Ernährungssysteme stärkt – etwas, was das derzeitige WTO-Übereinkommen über die Landwirtschaft (AoA) nicht leistet. Während Klimaerwärmung, Biodiversitätsverlust und Epidemien die Nahrungsmittelproduktion weltweit beeinträchtigen, trägt die Landwirtschaft ihrerseits zu grossen Umwelt- und Gesundheitskrisen bei. Ein zielgerichteteres, gerechteres Handelssystem könnte dem entgegenwirken und Anreize für einen Wandel schaffen.
Der internationale Handel mit Nahrungsmitteln und Agrarprodukten kann für Produzent*innen, Verbraucher*innen, Gemeinschaften und die Natur positiv sein und lokale Märkte sinnvoll ergänzen. Es kommt aber darauf an, wie der Handel und dessen Regeln ausgestaltet sind.
Neugestaltung des Agrarhandels: nachhaltige Ernährungssysteme fördern
Angesichts dieser Situation hat sich eine Gruppe von Expert*innen aus der ganzen Welt in der Initiative AoA ReI zusammengeschlossen – mit dem Ziel, neue globale Handelsregeln für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft vorzuschlagen. Das Projekt bietet einen innovativen Ansatz: Statt allgemeine Vorschläge zu machen, präsentiert die AoA ReI innovative Leitlinien und ein umfassendes, konkretes und in sich kohärentes Regelwerk für den internationalen Handel mit Nahrungsmitteln und Agrarprodukten.
Das Forschungsteam besteht aus Wissenschaftler*innen und Praxis-Vertreter*innen aus Argentinien, Brasilien, China, der EU, Indien, der Schweiz, Simbabwe, Uganda und den USA. Das Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern, das Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) und das International Institute for Sustainable Development (IISD) leiten und koordinieren das Projekt.