Klimalandschaft Köniz

Felder mit einzelnen Bäumen, Hecken und Wald
Blick in ein land- und forstwirtschaftlich genutztes Gebiet von Köniz 2060 bei proaktiver Anpassung an den Klimawandel. Bild: ikonaut


Die Gemeinde Köniz hat sich verpflichtet, bis 2045 Netto-Null Treibhausgasemissionen zu erreichen und unvermeidbare Restemissionen lokal zu kompensieren. Eine klimaangepasste Landnutzung kann dazu wesentlich beitragen: Nachhaltige Praktiken können eine Senkenleistung erbringen, erhalten das produktive Potenzial von Land und mindern zugleich die Folgen von Hitze, Trockenheit und Starkregen.

In Köniz fehlt es in der Umsetzung derzeit jedoch noch an einer systematischen Grundlage zu lokal wirksamen Lösungen, an Beteiligungsprozessen mit Landnutzer*innen sowie an institutionalisierten Pfaden, um bewährte Praktiken breit anzuwenden.

Landnutzung zur Anpassung an den Klimawandel und als Beitrag zu Netto-Null

Hier setzt das Projekt «Klimalandschaft Köniz» (KliLaKö) an. Gemeinsam mit Landnutzer*innen und der Gemeinde Köniz sucht es auf dem Feld und in der Verwaltung Antworten auf die Fragen:

  • Welche Landnutzungspraktiken fördern in Köniz gleichzeitig die Klimaanpassung der Landschaft und deren Senkenleistung – und welche Zielkonflikte sind zu berücksichtigen?
     
  • Wie müssen partizipative Prozesse gestaltet sein, damit Landnutzer*innen nachhaltige Praktiken übernehmen?
     
  • Über welche Mechanismen lassen sich erprobte Praktiken in die kommunale Steuerung überführen und als anrechenbare Senkenleistung verankern?

Ziel ist es, der Gemeinde Köniz partizipativ erprobte Landnutzungspraktiken zur Verfügung zu stellen und eine Grundlage zu schaffen, um deren Senkenleistung im kommunalen Klimaschutzreglement anrechenbar auszuweisen. Die dokumentierten Erkenntnisse sollen auch anderen periurbanen Gemeinden in der Schweiz zugutekommen.

Projektaktivitäten

Akteur*innen aus Land- und Waldwirtschaft, Gewässerunterhalt und Gemeindeverwaltung arbeiten in einem dreiphasigen Realexperiment mit Wissenschaftler*innen des CDE und der Eidg. Forschungsanstalt WSL zusammen, um

  • ausgehend von den Landschaftsszenarien des WSL-Projekts KLANG eine gemeinsame Zukunftsvision für die Könizer Landschaft zu entwickeln und geeignete Landnutzungspraktiken zum Erhalt der landschaftlichen Produktivität, Senkung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel auszuwählen (Phase I);
     
  • diese Praktiken auf Demonstrationsflächen umzusetzen, Erfahrungen der Landnutzer*innen zu sammeln und ihre Klimawirkung mit den Carbon Benefits Project Tools zu bewerten (Phase II);
     
  • die Ergebnisse in der Global Sustainable Land Management Database von WOCAT zu dokumentieren, Wege zur Skalierung aufzuzeigen und diese in der kommunalen Raumstrategie zu verankern (Phase III).

Rolle der Wissenschaft

Die Forschenden des CDE und der WSL gestalten und moderieren den Beteiligungsprozess, bereiten wissenschaftliche Grundlagen auf und begleiten die Umsetzung auf den Demonstrationsflächen. Sie bewerten die Wirkung der Praktiken auf Klimaanpassung und Treibhausgasbindung und untersuchen, unter welchen Bedingungen Landnutzer*innen neue Praktiken aufnehmen.

Wie könnte Köniz im Jahr 2060 aussehen?

Im Projekt KLANG hat die WSL gemeinsam mit der Region Grünes Band Bern Landschaftsszenarien entwickelt – auch für drei Orte in Köniz. Bilder und Geschichten zeigen, wie sich die Landschaft unter dem Klimawandel verändern könnte und welche Handlungsmöglichkeiten es vor Ort gibt. Die Szenarien bilden den Ausgangspunkt für gemeinsame Zukunftsvisionen im Rahmen der Phase I von KliLaKö.