UNESCO-Chair am CDE

grosser Aletschgletscher
Grosser Aletschgletscher © gevision_Shutterstock


Mit dem UNITWIN chairs programme setzt sich die UNESCO weltweit für über 800 Lehrstühle ein, die Kernthemen der UNESCO abdecken. Einer davon ist «Natur- und Kulturerbe zur nachhaltigen Entwicklung von Berggebieten». Er wird gemeinsam von Stephan Rist, Professor am CDE und am Geografischen Institut der Universität Bern, sowie von Boniface Kiteme, Direktor des Forschungszentrums CETRAD in Kenia geleitet.

Die Ziele des Chairs sind:

  • Aufbau eines internationalen Netzwerks zum Schutz grösserer Berggebiete
  • Anwendung von inter- und transdisziplinären Forschungsmethoden, um das Natur- und Kulturerbe von Berggebieten zu erhalten sowie deren Wertschöpfung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen
  • Aus- und Weiterbildung von akademischen und nicht-akademischen Akteuren in Berggebieten
  • Wissenstransfer und Informationsaustausch unter den verschiedenen Welterbestätten
  • Bewusstseinsbildung für die Bedeutung von Welterbestätten in den Alpen sowie in Berggebieten weltweit mit Open Access-Tools.
Mount Kenya
Mount Kenya. © Urs Wiesmann

Regionaler Fokus Jungfrau-Aletsch und Ostafrika

Der Chair ist am World Nature Forum in Naters, Wallis, angesiedelt. Dort befindet sich auch das Informations- und Besucherzentrum des UNESCO-Welterbes Swiss Alps Jungfrau-Aletsch. Neben seinem Fokus auf die Jungfrau-Aletschregion verstärkt der Chair mit der Co-Leitung bei CETRAD in Kenia insbesondere die Zusammenarbeit mit Welterbestätten in afrikanischen Berggebieten. 2018 wurde das Netzwerk um ein Schutzgebiet in Chile erweitert. Es soll auch in andern Regionen der Welt ausgebaut werden, um dort die nachhaltige Entwicklung in Berggebieten zu fördern.

NEWS

Dissertation gibt Impuls für die Erneuerung und Weiterentwicklung von UNESCO Welterbe- und Schutzgebieten

Foto: Helen Gambon

In ihrer Dissertation «Constitutionality processes and social-ecological dynamics in the Pilón Lajas Indigenous Territory and Biosphere Reserve» zeigt Helen Gambon, dass nachhaltige Entwicklung von Schutzgebieten unter dem Einbezug menschlicher Bedürfnisse möglich ist, wenn die Prinzipien eines Bottom-up Prozesses der Institutionenbildung – d.h. «Constitutionality» – und der kognitiven Gerechtigkeit gegeben sind. Die Arbeit wurde unter der Co-Leitung des UNESCO-Chairs sowie des CDE und des Geographischen Instituts, Universität Bern, im UNESCO-Biosphärenreservat Pilón Lajas in Bolivien durchgeführt. Sie gibt einen neuen, bisher nicht berücksichtigen Impuls für die Erneuerung und Weiterentwicklung von UNESCO Welterbe- und Schutzgebieten.

Dissertation (PDF, 5.0 MB)

UNESCO verlängert den UNESCO-Chair zur nachhaltigen Entwicklung von Berggebieten um vier Jahre

Nach dem Aufbau des Chairs «Natur- und Kulturerbe zur nachhaltigen Entwicklung von Berggebieten» und einer ersten Laufzeit von vier Jahren hat die UNESCO den Chair für die nächsten vier Jahre verlängert. Einer der Forschungsschwerpunkte wird die Frage sein, wie sich die Ziele der UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung in Berggebieten umsetzen, monitorieren und evaluieren lassen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erarbeitung einer Forschungsagenda für Fragen rund um traditionelle Bewässerungssysteme, deren Unterhalt und Herausforderungen.

Foto: Gaby Allheilig

Traditionelle Bewässerungssysteme erhalten

Mit dem Programm «Traditionelle Bewässerung als Kulturerbe Europas» sollen die letzten noch erhaltenen traditionellen Bewässerungsgemeinschaften dokumentiert und als Kulturerbe für die Zukunft erhalten werden. Bewässerungssysteme in Österreich, Belgien, Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz sollen deshalb den UNESCO Weltkulturerbe-Status erhalten. Zahlreiche Akteure sind in das Programm involviert, wobei die Universität Bern mit einem Begleitforschungsprojekt diese schweizerisch-europäische Initiative unterstützt. Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die vergangenen und heutigen Erfahrungen mit der gemeinschaftlichen Wassernutzung für die künftige nachhaltige Gemeingüterwirtschaft nutzen lassen.

Foto: Raphael Schmid, UNESCO-Welterbe SAJA

Pilotprojekt mit SAC-Hütten in der Pipeline

Wie können die Ziele der UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung in Berggebieten umgesetzt, monitoriert und evaluiert werden? Um diese Frage zu klären, startet der UNESCO-Chair ein Pilotprojekt mit Berghütten in der Schweiz. Gemeinsam mit den Hüttenwart*innen werden Fragen rund um nachhaltige, regionale Nahrungsmittel erörtert. Insbesondere geht es darum, was Berghütten zu nachhaltigen Regionalentwicklung in Berggebieten leisten und wie regionale Produkte die Attraktivität für Gäste erhöhen können.

REPiC

Erstes 100 Prozent energie-autarkes Naturreservat in Chile eingeweiht

Im Oktober 2018 wurde das erste 100 Prozent energie-autarke Naturschutzgebiet im chilenischen Coyhaique eröffnet. Dies ist das Resultat eines schweizerisch-chilenischen Projekts der REPIC-Plattform. An der Eröffnungszeremonie waren zahlreiche Vertreter_innen von Politik, Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen vertreten. Mit dabei war auch Arno Wicki, Botschafter der Schweiz in Chile.
Mehr zum Projekt

Human Ecology

The Power of Participation - «Bottom-up institution building in natural resource governance»

Institutionen, die natürliche Ressourcen managen, lassen sich in partizipativen Prozessen durchaus bottom-up aufbauen – wenn der Ansatz der «constitutionality» angewandt wird. Zu diesem Schluss kommt eine Serie von Studien, die in einer Zusammenarbeit von CDE, dem Sozialanthropologischen Institut und dem Geografischen Institut der Universität Bern entstanden sind. Publiziert wurden die Resultate in einer Sondernummer von «Human Ecology», das der topaktuellen Debatte über gesellschaftliche Strukturen, Machtverhältnisse und Partizipation gewidmet ist, die derzeit in der Nachhaltigkeitsgouvernanz geführt wird.
Human Ecology

Zwei Studien widmen sich dem Thema «constitutionality» in UNESCO-Biosphärenreservaten:
Studie zum Biosphärenreservat Reserva Pilón Lajas, Bolivien
Studie zum Biospharenreservat Mount Carmel, Israel