Waldbrandgefahr auf der Alpennordseite: Wahrnehmung und Kommunikation

A forest fire in the canton of Bern
Ein Waldbrand im Kanton Bern. Foto: Amt für Wald und Naturgefahren


Mit der Klimaerwärmung steigt auf der Alpennordseite die Gefahr von Waldbränden, die durch Menschen verursacht werden – sei es wegen Freizeitaktivitäten wie Bräteln, sei es durch Räumungsfeuer in der Land- und Forstwirtschaft. Weil grössere Brände bisher eher selten aufgetreten sind, fehlt in der Bevölkerung jedoch eine «Kultur» im Umgang mit Wald- und Flurbränden. Entsprechend gewinnt die gezielte Waldbrand-Prävention durch Sensibilisierung und Kommunikation an Bedeutung.

Ziele und konkreter Nutzen

An diese Herausforderung knüpft das Projekt an. Sein Ziel ist es, Risikowahrnehmung und -verhalten unterschiedlicher Akteure im Kanton Bern zu kennen und darauf aufbauend konkrete Ansätze für die zielgruppenspezifische Kommunikation zu eruieren. Auf der Grundlage dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse werden für die Umsetzung unter anderem optimierte und/oder neue Kommunikationsstrategien und -materialien entwickelt. So sollen Verhaltensänderungen punkto Waldbrandgefahr gefördert und somit zur Prävention von Waldbränden beigetragen werden.

Die Projektergebnisse können zudem zu geeigneten Kommunikationsstrategien für andere Naturgefahren inspirieren und auch für andere Kantone nördlich der Alpen interessant sein.  

fire ban warning sign
Feuerverbot: Warnschild des Kantons Bern an einem Waldeingang. Foto: Amt für Wald und Naturgefahren

Zielgruppen und Schwerpunkregionen

Zielgruppen des Projektes sind alle Nutzer und Nutzerinnen des Waldes im Kanton Bern, das heisst Land- und Forstwirtschaft, aber vor allem die allgemeine Bevölkerung, die den Wald in der Freizeit nutzt. Sie sollen punkto Waldbrandgefahr auf der Alpennordseite so sensibilisiert sein, dass sie entsprechende Gefahrenmeldungen richtig interpretieren und adäquat reagieren können.

Das Projekt legt einen Schwerpunkt auf die bekannten Waldbrandgefahr-Hotspots im Kanton Bern: den Jura-Südfuss sowie die Südhanglagen im Berner Oberland.

Projektumsetzung und Zusammenarbeit

Die Projektumsetzung erfolgt als ein Modul im Rahmen des Projekts «Waldbrandgefahr auf der Alpennordseite» der Wyss Academy for Nature an der Universität Bern in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Wald und Naturgefahren des Kantons Bern. Damit die wissenschaftlichen Resultate relevant für die Praxis sind, werden die wichtigsten Praxisakteure in das Projekt eingebunden.

Das Projekt umfasst vier Arbeitspakete (AP):

Weitere Module zum Thema «Waldbrandmanagement auf der Alpennordseite» befassen sich mit den Waldeigenschaften, dem Einfluss der Waldbewirtschaftung sowie der Gefahrenbeurteilung und Risikoklassifizierung, die verschiedene Parameter aus Wetter, Boden, Topografie, Waldbeschaffenheit und -bewirtschaftung berücksichtigen. Diese Module sind an anderen Instituten und Organisationen angegliedert.

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Photo: CDE

Waldbrand-Prävention: Sensibilisierung und Kommunikation gewinnt an Bedeutung

August 2022. Waldbrandgefahr ist ein Thema, mit dem sich die Schweiz heute und in Zukunft noch intensiver beschäftigen muss. Im Forschungsprojekt wird untersucht, wie unterschiedliche Akteure im Kanton Bern das Waldbrandrisiko wahrnehmen und sie sich im Umgang mit Feuer im Wald und in Waldesnähe verhalten. Die Arbeit der Forschenden wird durch einen Praxisausschuss begleitet, bei dem Akteure aus Forst- und Landwirtschaft, Gemeinden, kantonale Behörden, Feuerwehr etc. mitwirken. An einem ersten Treffen dieses Ausschusses ging es insbesondere um den Austausch von Erfahrungen mit Risikoverhalten sowie um Fragen, wie die Kommunikation und Sensibilisierung angegangen werden könnten, damit sich eine möglichst breite Wirkung erzielen lässt.