Diversifizierte Ernährungssysteme dank nachhaltiger Handelsbeziehungen

Reisbauern in Asien. Foto: shutterstock.com / tong_stocker


Ernährungssysteme sind heute weltweit miteinander verflochten. Sie nachhaltiger zu gestalten, erfordert ein gemeinsames Vorgehen. Das Projekt untersucht, wie Staaten mittels nachhaltiger Handelsbeziehungen diversifizierte Ernährungssysteme fördern können.

Hintergrund

Diversifizierte Ernährungssysteme sind ökologisch und ökonomisch wertvoll, auch ihr sozialer Nutzen ist gerecht verteilt. Zudem tragen sie zu einem vielfältigen Nahrungsmittelangebot bei. Sie sind mithin nachhaltiger als spezialisierte Ernährungssysteme, die vor allem auf die Mengenproduktion ausgerichtet sind.

Ein wichtiger Hebel, um diversifizierte Ernährungssysteme zu fördern, ist die Art der Ausgestaltung der Handelsbeziehungen. Damit stellt sich die Frage nach der Rolle des Staates bei der Produkteunterscheidung. Wenn die öffentliche Hand Lebensmitteln aus diversifizierten Ernährungssystemen Handelspräferenzen gewähren möchte: Wie kann sie das auf wirksame, verhältnismässige, kontextgerechte, verlässliche und nicht-diskriminierende Weise tun – und dies im Einklang mit Verfassungszielen und internationalen Verpflichtungen?

Projektziel

Ziel des Projektes ist aufzuzeigen, wie Staaten in ihren Handelsbeziehungen zwischen nachhaltig und weniger nachhaltig produzierten Lebensmitteln unterscheiden können, ohne dabei wichtige Grundsätze des Handelsrechts – etwa das Gebot der Nicht-Diskriminierung – zu verletzen.

Dies erlaubt es, festgefahrene Positionen in der Handelsdebatte aufzuweichen und künftig Handelsbeziehungen auf die Förderung vielfältiger Ernährungssysteme auszurichten.

Methoden

Das Forschungsprojekt

  • kombiniert umfassende rechtliche Analysen – insbesondere des Handelsrechts – mit der Untersuchung von «Best-Practice»-Beispielen
  • identifiziert bestehende Herausforderungen privater Zertifizierungssysteme
  • fragt nach der Perspektive von Bäuerinnen und Bauern
  • analysiert neue Ansätze der Produktedifferenzierung
  • bettet die Zertifizierungsthematik zeitlich ein und beleuchtet diese kritisch
  • erarbeitet an Workshops in Bolivien, Laos und der Schweiz transdisziplinäre Wissen