Weiden in Schutzgebieten führen zu Konflikten
Rund 40 Prozent der Landfläche Tansanias steht in irgendeiner Form unter Schutz. In diesen Gebieten ist das Weiden von Nutztieren verboten – und die Strafen bei Zuwiderhandlung sind erheblich: So kassierte etwa im Februar 2025 ein Viehhalter eine Geldstrafe von über 20 Millionen tansanischen Schilling – etwas mehr als CHF 6000 –, weil er seine Tiere innerhalb einer Schutzzone weidete. Neben rechtlichen Risiken laufen die Tierhalter*innen zudem Gefahr, dass Prädatoren wie Löwen, Leoparden und Hyänen ihre Weidetiere angreifen.
Einer der Hauptgründe für die Beweidung von Schutzgebieten ist das rasche Bevölkerungswachstum: In der Region Katavi, in der der Bezirk Mlele liegt, stieg die Zahl der Einwohner*innen von 564’604 im Jahr 2012 auf 1'152’958 im Jahr 2022, was einer jährlichen Wachstumsrate von 7,1 Prozent entspricht. Menschliche Siedlungen dringen deshalb immer mehr in Schutzgebiete vor, nicht zuletzt aus mangelnden Alternativen und Armut.
Doch der Weidedruck innerhalb von Schutzgebieten führt zu einer weiteren Verschlechterung des Lebensraums, verursacht Landdegradation und erhöht die Kosten für den Naturschutz – zusätzlich zu den sozialen Kosten.